26. Januar 2026

me2you: Kulturelle Bildung in den Ferien

Drei Workshops, viele Perspektiven

In den Herbstferien bot me2you, ein Projekt zur Kulturellen Bildung, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich außerhalb des Schulalltags kreativ auszuprobieren, neue kulturelle Orte kennenzulernen und eigene Themen sichtbar und hörbar zu machen. me2you ist ein Kooperationsprojekt im Rahmen des Förderprogramms Jugendhilfe in der Schule und findet seit 2011 jährlich statt. Initiiert vom Frankfurter Stadtschulamt, arbeiten dabei Schulen, Jugendhilfe und kulturelle Einrichtungen in Frankfurt am Main eng zusammen.

Kennzeichnend für me2you ist der Peer-Education-Ansatz: Die teilnehmenden Schüler:innen sind nicht nur Lernende, sondern werden schrittweise selbst zu Vermittler:innen. In den kulturellen Einrichtungen setzen sie sich intensiv mit künstlerischen Ausdrucksformen auseinander, entwickeln eigene Inhalte und bereiten diese so auf, dass sie ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Perspektiven an Gleichaltrige weitergeben können. Durch diesen bewussten Rollenwechsel – vom Teilnehmenden zur Expert:in und wieder zurück – werden Selbstvertrauen, Verantwortungsübernahme sowie soziale und kommunikative Kompetenzen gezielt gestärkt.

Der Evangelische Verein für Jugendsozialarbeit in Frankfurt am Main e.V. ist im Rahmen der Jugendhilfe in der Schule an mehreren Standorten Teil dieses Projekts und begleitet die Kinder und Jugendlichen während der Workshop-Wochen sowohl pädagogisch als auch organisatorisch. In den diesjährigen Herbstferien nahmen Schüler:innen an drei unterschiedlichen me2you-Workshops teil, die an verschiedenen kulturellen Orten in Frankfurt stattfanden und vielfältige Zugänge zu Film, Kunst und Medien eröffneten.

 


Stop-Motion-Film im Deutschen Filmmuseum

Schüler:innen der IGS Eschersheim arbeiteten gemeinsam mit Jugendlichen der Meisterschule Sindlingen im Deutschen Filmmuseum an einem Stop-Motion-Projekt. Über fünf Tage hinweg sammelten sie zunächst am Mainufer Materialien und vermeintlichen Müll, aus dem anschließend Figuren und kleine Szenen entstanden.
Mit Unterstützung der Museumspädagog:innen lernten die Jugendlichen filmische Grundlagen kennen, setzten eigene Ideen um und vertonten ihre Filme selbst. Das Ergebnis war ein rund fünfminütiger Zusammenschnitt mit dem Titel „Zweite Chance“, der verschiedene Kurzfilme miteinander verbindet. Zum Abschluss präsentierten die Teilnehmenden ihren Film anderen me2you-Gruppen und erhielten Einblicke in weitere Workshop-Ergebnisse.

Kreative Schaukästen im Atelier Goldstein
Sechs Schüler:innen der Michael-Ende-Schule nahmen an einem me2you-Workshop in Kooperation mit dem Atelier Goldstein teil. In den Räumen der Galerie entstanden individuelle Schaukästen, in denen die Jugendlichen ihre eigenen Lebenswelten, Wünsche, Träume und Geschichten künstlerisch darstellten.
Der offene, schöpferische Arbeitsprozess ermöglichte es den Teilnehmenden, neue Ausdrucksformen kennenzulernen und bislang verborgene Stärken zu entdecken. Gleichzeitig bot der Workshop Raum für Austausch und Selbstreflexion – ganz im Sinne des Empowerment-Gedankens von me2you. Die gemachten Erfahrungen wurden anschließend mit anderen Schüler:innen aus weiteren Workshops geteilt.

Podcast-Workshop im Museum Angewandte Kunst
Im Museum Angewandte Kunst beschäftigten sich Schüler:innen mit dem Medium Podcast. Zu Beginn lernten sie verschiedene Podcast-Formate sowie die Grundlagen der Aufnahme- und Schnitttechnik kennen und konnten das Equipment praktisch erproben.
Anschließend entwickelten die Jugendlichen eigene Themen, recherchierten Inhalte und produzierten ihre eigenen Podcast-Folgen. Am letzten Workshoptag stellten sie ihre Ergebnisse im Museum für Kommunikation vor und tauschten sich mit anderen me2you-Gruppen über ihre Erfahrungen aus.

 

 

Kulturelle Bildung als Erfahrungsraum
Die drei me2you-Workshops zeigen eindrücklich, wie kulturelle Bildung jungen Menschen neue Zugänge eröffnet: zu Kunst, Medien und kulturellen Orten ebenso wie zu sich selbst und zur eigenen Ausdrucksfähigkeit. Durch die Verbindung von Kreativität, Beteiligung und Peer-Education entstehen Lernerfahrungen, die weit über die Ferien hinaus wirken – und die Kinder und Jugendlichen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung nachhaltig stärken.