17. Juli 2026

Mehr als ein Schulabschluss – wie PUSCH Jugendlichen neue Perspektiven eröffnet

21 Jugendliche schaffen den Hauptschulabschluss mit PUSCH.

 

„Comeback.“ So beschreibt einer der Jugendlichen sein Jahr im Programm PUSCH (Praxis und Schule). Andere finden Worte wie „Hoffnung und nie aufgeben“, „Up and down“ oder einfach „PUSCH macht Spaß“. Die Antworten erzählen von einem Schuljahr, in dem junge Menschen neue Erfahrungen gemacht, Herausforderungen gemeistert und wichtige Entscheidungen für ihre Zukunft getroffen haben.

Von den 24 Jugendlichen, die im vergangenen Sommer in den PUSCH-Klassen der Ludwig-Börne-Schule gestartet sind, haben 21 ihren Hauptschulabschluss erreicht. Fünf beginnen nach den Sommerferien eine Ausbildung – unter anderem im Friseurhandwerk, im Einzelhandel, als Maler- und Lackierer oder als Zahnmedizinische Fachangestellte. Vier weitere wechseln in die 10. Jahrgangsstufe der Ludwig-Börne-Schule, um dort ihren Bildungsweg fortzusetzen.

Schule und Praxis gemeinsam denken

PUSCH (Praxis und Schule) verbindet schulischen Unterricht mit intensiven Praxiserfahrungen in Betrieben und wird durch sozialpädagogische Fachkräfte des Evangelischen Vereins für Kinder- und Jugendhilfe Rhein-Main e.V. begleitet.

Das Programm richtet sich an Jugendliche, für die der Weg zum Hauptschulabschluss nicht selbstverständlich ist. Ein enger schulischer Rahmen, individuelle Förderung und praktische Erfahrungen helfen dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und den Übergang in Ausbildung oder weiterführende Bildungswege zu gestalten.

Neu war in diesem Schuljahr die Ausweitung der Praxistage: Statt wie bisher an einem Tag pro Woche arbeiteten die Jugendlichen an zwei festen Tagen in Betrieben. Begleitet wurde der Jahrgang von einem multiprofessionellen Team aus zwei Lehrkräften der Ludwig-Börne-Schule und zwei Sozialpädagoginnen des Evangelischen Vereins.

 

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Entwicklung sichtbar machen

Die Erfolge zeigen, was durch intensive Begleitung, Praxisbezug und Vertrauen entstehen kann. Auch die aktuelle Programmevaluation des ESF+ Hessen bestätigt diesen Ansatz. Als zentrale Erfolgsfaktoren nennt sie den starken Praxisbezug, kleine Lerngruppen, individuelle Förderung sowie multiprofessionelle Teams.

Für Sandra Hagenkötter, eine von zwei PUSCH-Coaches, ist das jedoch vor allem im Alltag spürbar: „Für mich ist PUSCH so erfolgreich, weil die Schülerinnen eine echte Chance für einen Neuanfang erhalten. Aufgrund der tollen Rahmenbedingungen – multiprofessionelles Team, kleine Klassen und Praxisbezug – können wir sie intensiv begleiten. Wenn die Schülerinnen bereit sind, sich auf die Praxiserfahrungen einzulassen, können sie in diesem Jahr unglaublich viel für sich mitnehmen. Es macht großen Spaß, ihre Entwicklung – mal größer, mal kleiner – begleiten zu dürfen.“

Diese Entwicklung zeigt sich nicht nur in den Abschlüssen. Auf die Frage nach ihrem schönsten Moment im PUSCH-Jahr nennen die Jugendlichen gute Noten, neue Freundschaften, den Wandertag im Taunus, den Besuch der Bildungsarena im Deutsche-Bank-Park oder einfach das Gefühl, in einer Klasse mit engagierten Lehrkräften angekommen zu sein. Und ihre Tipps an den nächsten Jahrgang zeigen, wie sie auf dieses Jahr zurückblicken: „Macht einfach mit und baut keine Scheiße. Ihr werdet es niemals bereuen, dass ihr bei PUSCH seid.“,  „Nicht faul sein und lernen!“ oder „Genießt die Zeit.“

Manchmal beginnt Veränderung ganz woanders

Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Wirkung von PUSCH manchmal in Situationen, die auf den ersten Blick wenig mit Schule zu tun haben: Während der gemeinsamen Klassenfahrt nach Griechenland wagten sich zwei Jugendliche, die beide nicht schwimmen konnten, erstmals ins Meer. Mit Unterstützung ihrer Lehrkräfte, der PUSCH-Coaches und ihrer Mitschüler*innen überwanden sie ihre Ängste Schritt für Schritt. Zurück in Frankfurt fassten beide einen Entschluss: Sie möchten schwimmen lernen und sich für einen Schwimmkurs anmelden.

Es ist nur eine kleine Geschichte aus diesem Schuljahr. Und doch erzählt sie viel über PUSCH. Denn manchmal beginnt ein neuer Weg nicht mit einer bestandenen Prüfung, sondern mit dem Mut, den nächsten Schritt zu machen.

 

Das Programm PUSCH wird im Rahmen des ESF+ Hessen durch die Europäische Union und das Land Hessen gefördert.