Beim 12. Lauf gegen Rassismus und Gewalt haben mehr als 500 Menschen ein sichtbares Zeichen gegen Ausgrenzung und rechte Gewalt gesetzt. Unter dem Motto „4.298 Menschen. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch. Wir laufen an ihrer Seite.“ führte die Strecke vom Weißen Stein bis zum Jugendhaus Frankfurter Berg.
Kinder und Jugendliche, Fachkräfte, Kooperationspartnerinnen und Unterstützerinnen: Gemeinsam machten sie sich am 9. September auf den rund 2,6 Kilometer langen Weg durch den Frankfurter Norden. Nicht Schnelligkeit oder sportliche Leistung standen dabei im Mittelpunkt, sondern eine klare gemeinsame Haltung – für Solidarität, Menschenwürde und eine demokratische Gesellschaft, in der alle Menschen ohne Angst und Diskriminierung leben können.
Auf selbst gestalteten Schildern und Transparenten formulierten die Teilnehmer*innen ihre Botschaften: „Lauf(t) gegen Rassismus und Gewalt“, „Rassismus greift Menschen an. Wir halten dagegen!“ oder „Your silence will not protect you“. So wurde der Lauf zu einem vielfältigen und weithin sichtbaren Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung.
Hinter der Zahl stehen Menschen
Im Mittelpunkt des diesjährigen Laufs stand die Zahl 4.298. Sie steht für 4.298 Menschen, die im Jahr 2025 Opfer rechter, rassistischer oder antisemitischer Gewalt wurden und deren Fälle von unabhängigen Beratungsstellen dokumentiert werden konnten. Die tatsächliche Zahl der Betroffenen liegt deutlich höher: Viele Vorfälle werden nicht gemeldet oder erfasst. Zugleich zeigt sich Rassismus nicht nur in offenen Übergriffen, sondern auch im Alltag und in gesellschaftlichen Strukturen.
„Wir beobachten mit Sorge ein politisches Klima, in dem rassistische und menschenfeindliche Äußerungen zunehmend normalisiert und Grenzen verschoben werden“, sagt Miriam Walter, Geschäftsführerin des Evangelischen Vereins für Kinder- und Jugendhilfe Rhein-Main e.V. „Rassismus spricht Menschen Würde und Gleichwertigkeit ab. Jeder rassistische Übergriff und jeder Akt von Gewalt ist einer zu viel. Deshalb müssen wir sichtbar widersprechen und zugleich die Orte stärken, an denen Teilhabe, Begegnung und demokratisches Miteinander gelebt werden.“
Demokratie wird im Alltag gelebt
Für den Evangelischen Verein ist der Lauf mehr als ein symbolischer Akt. Als Träger der Kinder- und Jugendhilfe schaffen wir Orte, an denen junge Menschen Gemeinschaft, Beteiligung und Vielfalt erfahren.
„Demokratie entsteht nicht abstrakt, sondern im Alltag“, sagt Johannes Löschner, Leiter des Arbeitsbereichs Offene Kinder- und Jugendarbeit, Jugendberatung und Migrationsdienste. „Junge Menschen brauchen Orte, an denen sie erleben, dass ihre Stimme zählt, Konflikte ausgehandelt werden können und Vielfalt selbstverständlich ist.“
Der Lauf gegen Rassismus und Gewalt geht auf eine Initiative aus dem Jahr 2002 zurück und findet jährlich statt. Gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartner*innen macht der Evangelische Verein damit Weltoffenheit und Vielfalt sichtbar und positioniert sich gegen Rassismus, Ausgrenzung und rechte Gewalt.
Wir danken allen Teilnehmer*innen, Kooperationspartner*innen und Unterstützer*innen, die Haltung gezeigt und diesen Tag möglich gemacht haben.
