Lernbetrieb

Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen (QuB)

Im Lernbetrieb Frankfurt, einer Produktionsschule, qualifizieren sich 40 junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf in den Bereichen Büro & Soziales, Farbe & Gestaltung oder Gastronomie. Sie lernen verschiedene berufliche Tätigkeiten kennen, erwerben praktische Qualifikationen und können sich auf den Hauptschulabschluss vorbereiten. Integriert in die Berufsvorbereitung sind außerdem DaZ-Unterricht sowie sozialpädagogische Förderung. Ziel ist es, im Anschluss eine Ausbildung, weiterführende Qualifizierung oder Arbeit aufzunehmen.

„Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen“ ist ein Programm des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+). Im Rahmen dieses Programms wird der Lernbetrieb Frankfurt des Evangelischen Vereins für Kinder- und Jugendhilfe Rhein-Main e.V. gefördert. Das Förderangebot unterstützt benachteiligte junge Menschen am Übergang von der Schule in den Beruf. Ziel ist es, Kompetenzen aufzubauen, junge Menschen individuell und sozial zu stabilisieren und ihnen eine selbständige und eigenverantwortliche Berufs- und Lebensgestaltung zu ermöglichen.

 

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) gefördert. Mit diesen Mitteln fördert das Land Hessen besonders innovative und praxisnahe Projekte zur Beschäftigungsförderung.

 

Abschlussbericht 2024–2025

Der folgende Abschlussbericht bezieht sich auf den Förderzeitraum 2024 bis 2025. Aktuell wird das Projekt im Rahmen einer weiteren Förderung bis 2027 fortgeführt.

Ziel des Projekts ist es, junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf auf ihrem Weg in Ausbildung, weiterführende Qualifizierung oder Arbeit zu begleiten. Im Mittelpunkt stehen berufliche Orientierung und Berufsvorbereitung, fachliche und sprachliche Qualifizierung, der Erwerb des Hauptschulabschlusses sowie die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden.

Lernen in realen Arbeitsprozessen
Der besondere Ansatz des Lernbetriebs liegt in der Verbindung von praktischer Arbeit, Qualifizierung und sozialpädagogischer Förderung. Die Teilnehmenden lernen in realen Arbeitsprozessen und bearbeiten echte Aufträge in den Produktionsbereichen Büro & Soziales, Farbe & Gestaltung oder Gastronomie.

Zentrale Elemente des Konzepts sind:

  • Qualifizierung anhand echter Aufträge in drei Produktionsbereichen
  • praxisnahe und handlungsorientierte Lernsettings
  • sozialpädagogische Unterstützung
  • individuelle Förderpläne
  • Praktika auf dem ersten Arbeitsmarkt
  • Vorbereitung auf die Hauptschulabschlussprüfung
  • digitale Lernanteile
  • Partizipation, politische Bildung und Demokratiebildung
  • eine jährliche transnationale Maßnahme im europäischen Ausland

Stabilisierung und persönliche Entwicklung
Im Förderzeitraum konnten Teilnehmende sozial und individuell stabilisiert werden. Dazu gehörten unter anderem der Aufbau einer verlässlichen Tagesstruktur, die Stärkung von Selbstorganisation und Selbstständigkeit sowie das Einüben von Gruppen- und Teamfähigkeit.

Die Teilnehmenden lernten, Verantwortung zu übernehmen, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und eigene berufliche Perspektiven zu entwickeln. Gleichzeitig wurden Selbstvertrauen, Eigenverantwortung und ein realistisches Selbstbild gestärkt.

Berufliche Orientierung und Anschlussperspektiven
Der Lernbetrieb stärkte die Teilnehmenden in ihrer Ausbildungsreife und Beschäftigungsfähigkeit. Dazu trugen die berufliche Orientierung in den Produktionsbereichen, das Einüben von Berufsrollen, Erfahrungen in Praktika sowie die Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss bei.

Teilnehmende konnten im Anschluss in Ausbildung, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder weiterführende Qualifizierungsmaßnahmen vermittelt werden. Als besonders wichtig erwiesen sich dabei die Bereitschaft und Motivation der Teilnehmenden, Praktika als Teil ihrer beruflichen Orientierung zu nutzen. Auch die gute Betreuung in den Praktikumsbetrieben sowie die Vor- und Nachbereitung im Lernbetrieb trugen wesentlich zum Gelingen bei.

Erfolgsfaktoren
Wesentliche Erfolgsfaktoren waren die intensive Beziehungsarbeit, eine empathische Begleitung sowie eine binnendifferenzierte und sprachsensible Qualifizierung. Erfolgserlebnisse durch reale Arbeitsaufträge stärkten die Motivation der Teilnehmenden.

Ergänzend spielten DaZ-Unterricht und Berufsqualifizierende Sprachförderung Plus (BQS+) eine wichtige Rolle. Auch Projekte zum Teambuilding sowie Angebote zur Partizipation, politischen Bildung und Demokratiebildung unterstützten die persönliche und soziale Entwicklung.

Transnationale Maßnahme
Ein weiterer Bestandteil des Projekts war die transnationale Maßnahme im europäischen Ausland. 2024 führte diese nach Brüssel, 2025 nach Lissabon.

Die Reisen ermöglichten den Teilnehmenden neue Bildungs- und Kulturerfahrungen, innereuropäischen Austausch und gemeinsame Gruppenerlebnisse unabhängig von den persönlichen finanziellen Voraussetzungen. Sie stärkten soziale Kompetenzen, förderten das Teambuilding und erweiterten den Blick auf Europa und andere Lebens- und Arbeitswelten.

Fazit
Das Projekt zeigt, dass Produktionsschulen ein wirksamer Ansatz sind, um junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf am Übergang von Schule in Beruf zu erreichen. Durch die Verbindung von praktischer Arbeit, Qualifizierung, sozialpädagogischer Begleitung und individueller Förderung entstehen realistische Anschlussperspektiven für Ausbildung, Arbeit oder weitere Qualifizierung.